Mikrosimulation zum Umleitungsverkehr - Sanierung Bauwerk 99
In der Sitzung der vergangenen Woche haben der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), das Ministerium für Umwelt (MUKMAV) und ein Ingenieurbüro für Verkehrsplanung den Gemeinderat und interessierte Öffentlichkeit informiert. Anlass ist die geplante Sanierung der landläufig unter dem Namen „Fraulauterner Brücke“ besser bekannten Verkehrsanlage, die bedingt durch die Umleitungsverkehre erhebliche Verkehrsprobleme ab 2028 in unseren Ort bringen wird. Insbesondere die Mitglieder des Bauausschusses hatten mehrfach in den letzten Monaten gemeinsam mit den eben erwähnten Fachleuten die Problematik diskutiert. Dabei haben sie gemeinsam mit der Verwaltung sehr konstruktiv an der nunmehr mittels einer Mikrosimulation vorgestellten Vorgehensweise mitgewirkt. Viel Kritik hat es dazu aus den Reihen des Gemeinderates insbesondere an der bisherigen Vorgehensweise des LfS gegeben:
Wie Sie vielleicht in der Vergangenheit der Presseberichterstattung entnehmen konnten, richtet sich die Kritik – insbesondere aus der Kreisstadt – darauf, dass der sogenannte „Ostring“, also die geplante Anbindung an die B51 neu, immer noch nicht gebaut und noch nicht einmal planfestgestellt ist. Durch die nach Einschätzung von Experten unumgängliche Sanierung des Brückenbauwerks wird nun umfangreicher Umleitungsverkehr nach Ensdorf gelenkt, weil genau diese Alternative derzeit fehlt.
Ich kann diese Kritik durchaus verstehen: Viele Verantwortungsträger in den Kommunalparlamenten mit unterschiedlichen Mehrheiten, Bürgermeister und Oberbürgermeister unterschiedlicher Couleur sowie zahlreiche Landes- und Bundesregierungen und deren Verkehrsminister haben es in den letzten 30 Jahren leider nicht geschafft, das Projekt umzusetzen. Dies ist leider Fakt. Ich habe schon zu Beginn meiner Ausführungen in der Sitzung darauf hingewiesen, dass die vorgestellten Modelle keine wirklich guten Optionen bieten und man sich zwischen Pest und Cholera entscheiden muss. Letztendlich halte ich es für sinnvoller, konstruktiv an Lösungen zu arbeiten, die sich am Ist-Zustand orientieren, statt rückwärts gerichtet einen Schuldigen auszumachen. Dabei muss bei all unseren berechtigten Wünschen und Forderungen stets das Machbare, (auf dem Zeitstrahl) auch Durchsetzbare im Fokus liegen, statt Wünsche zu formulieren, von denen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit heute bereits ihre faktische Umsetzung als unmöglich erkennbar ist. Wir werden alles versuchen, die ohne jeden Zweifel in den nächsten Jahren an vielen Stellen im Ort entstehenden (verkehrlichen) Beeinträchtigungen -und ja auch Belästigungen-, so gering wie möglich zu halten.