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Die Bergehalde mit Saarpolygon - weit sichtbares Wahrzeichen von Ensdorf

Ansicht Bergehalde
Die Ensdorfer Bergehalde mit Polygon

Wenn auch Sie einmal die schöne Aussicht auf das Saartal mit seinen landschaftlichen Schönheiten genießen möchten, dann besuchen Sie die Bergehalde in Ensdorf.

Die Halde hat eine Höhe von 150 Metern und wird seit der Eröffnungsfeier im Mai 2004 gerne von Wanderern und Radsportlern besucht. Außerdem bietet sie Gleitschirmfliegern einen idealen Startplatz. Die Bergehalde ist rund um die Uhr geöffnet. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass auf dem Haldengelände kein Winterdienst herrscht und das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt.

Zur Erinnerung an den am 30. Juni 2012 beendeten Steinkohlenbergbau an der Saar hat der Förderverein BergbauErbeSaar e.V. für Besucher ein begehbares Saarpolygon auf dem Hochplateau der Halde errichten lassen. Die Stahlkonstruktion krönt mit ihrer beachtlichen Höhe von 30 Metern die Haldenspitze und soll den Wandel der Region symbolisieren. Das Denkmal, das je nach Standort des Betrachters immer in einer anderen Gestalt erscheint, wurde am 17. September 2016 der Öffentlichkeit übergeben. Die Landmarke ist in der Zeit vom 01. Oktober bis 31. März in der Zeit von 8 - 18 Uhr und vom 01. April bis 30. September von 8 bis 21 Uhr für Touristen geöffnet. Bei Eis und Schnee ist das Polygon aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Weitere Informationen über das Saarpolygon erhalten Sie auf der Internetseite des BergbauErbeSaar e.V.: www.bergbauerbesaar.de.


Die Ensdorfer Bergehalde ist über drei Eingänge begehbar (über die Straßen „Bei Fußenkreuz, Tiefenbachstraße sowie Provinzialstraße).
Es wird jedoch der Eingang über die Straße "Bei Fußenkreuz" in Höhe Sportzentrum empfohlen, da dort im Bereich der Großsporthalle Parkmöglichkeiten gegeben sind. Dafür bitte von der Provinzialstraße in die Straße "Bei Fußenkreuz" abbiegen und die 3. Straße "Im Sportzentrum" rechts abbiegen.
Festes Schuhwerk ist für das Betreten der Bergehalde empfehlenswert.
Der Weg bis zum Mittelplateau der Halde verläuft mit kleinen Anstiegen, die problemlos zu bewältigen sind. Allerdings ist der Auf- und Abstieg vom Mittelplateau bis zum "Gipfel" der Halde für ältere und gehbehinderte Menschen sowie Familien mit Kleinkindern bzw. Kinderwagen nicht geeignet.
Diesen wird das Besteigen nur bis zum Mittelplateau der Halde empfohlen.

 

Allg. Informationen über die Bergehalde:

Die Halde Ensdorf, auch Halde Duhamel genannt, zählt mit fast 50 Hektar Grundfläche und ca. 330 m über NN zu den größten. Sie ist im mittleren Saartal weithin sichtbar und überragt die bergbautypischen Hochbauten wie das Fördergerüst oder die Kohlenaufbereitung erheblich. Sie erhebt sich aktuell rund 150 m über das unmittelbar umgebende Gelände und ist ein Symbol für den leistungsfähigen Bergbaustandort in Ensdorf.

Der Steinkohlenbergbau im Bereich der Grube Ensdorf lässt sich bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Während in Schwalbach und Griesborn in dieser Zeit mit dem Kohlenabbau begonnen und 1826 der erste Tiefbauschacht abgeteuft wurde, verband 1842 der 2350 m lange "Ensdorfer Stollen" erstmals auch die Gemeinde Ensdorf mit dem Bergbau. Die gewonnene Kohle wurde mit Pferden über den Stollen zur Saar gebracht, wo der Rohstoff verschifft wurde. 1925 wurde die Grube Saarschacht -die heutige Anlage Duhamel- selbständiges Bergwerk. 32 Jahre später wurden die Gruben Duhamel und Griesborn 1957 zu einer Anlage, der Grube Ensdorf, zusammengefasst.
Östlich der Anlage Duhamel wurden die Wasch- und Flotationsberge, die Nebengesteine der Kohleförderung, abgelagert. Die ersten "Berge" fielen bereits 1913 bei dem Abteufen eines Schachtes an. In größerem Umfang wird Bergematerial jedoch erst seit 1961 aufgehaldet, als die Nassaufbereitung in Ensdorf in Betrieb ging und die Fördermengen erheblich gestiegen waren. Heute beträgt die Grundfläche der Halde allein rund 47 Hektar. Die auf den Halden abgelagerten Waschberge bestehen aus Tonschiefer, Sandschiefer, Schluff- und Sandstein und enthalten heute nur noch geringe Mengen an Kohle.


Seit den sechziger Jahren wurde die Halde mit Waschbergen über einen Schrägaufzug und Kippwagen beschickt. Es entstand zunächst eine typische Spitzkegelhalde, aus der sich bis in die achtziger Jahre ein "kegelstumpfähnliches" Gebilde entwickelte. Seit 1988 wird das Nebengestein mit einer speziellen Bandanlage, dem sogenannten "pipe conveyor" auf das Plateau gebracht und das Schüttgut über eine weitere konventionelle Bandanlage und einen "Absetzer" verkippt. Die Haldenschüttung wandert seither stetig Richtung Osten über die vorgelagerten Absinkweiher. Das Bauwerk soll sich so planmäßig zu einem lang gestreckten Höhenzug entwickeln. Seit rund drei Jahrzehnten sind die fertig geschütteten Bereiche der Halde rekultiviert worden. Bis heute sich rund 30 Hektar Haldenfläche begrünt.
Am Südhang der Halde liegt eine kleine Weinanbaufläche mit 99 Rebstöcken. 1968 hatte der damalige Bergwerksdirektor Moritz Rauber die Idee, diese Weinreben anzupflanzen. Seit 1972 werden die Weinreben vom ehemaligen Bergmann und Hobbywinzer Anton Raubuch gepflegt. Der "Weinberg" liegt im Zentrum der für die touristische Erschließung freigegebenen Fläche. Auf Halden des Bergbaus ist dies eine außergewöhnliche Flächennutzung.
Auf Initiative von Landrat Dr. Peter Winter ist ein Teilbereich der Halde seit Mai 2004 auch touristisch nutzbar. Die Gemeinde Ensdorf, deren Bürgermeister Hartwin Faust das Projekt von Anbeginn tatkräftig unterstützt hat, unterhält die Wanderwege, die bis auf das Plateau führen. Finanziert wurde das Projekt durch den Landkreis Saarlouis sowie das Wirtschaftsministerium des Saarlandes.

Technische Beschreibung der Halde

Die technische Konzeption der Haldenschüttung beruht auf einem einfachen Überwurfprinzip. Über den oben beschriebenen "pipe conveyor" und die anschließende bewegliche Bandanlage wird das Nebengestein an die Kippfront der Halde transportiert. Das Schüttgut stellt sich dabei über eine Fallhöhe bis 100 m in einem steilen Böschungswinkel von 30-36° (60 bis 75 %) an. Das geschüttete Material wird danach nicht weiter bearbeitet, bis auf den planmäßigen Wegebau. Lediglich die Außendämme der Weiher und eine Vorschüttung am Fuß der Schüttfront müssen aus Standsicherheitsgründen aus lagenweise verdichteten Waschbergen vorbereitet werden.