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Neujahrsempfang 2015

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger!

Am vergangenen Freitag fand der diesjährige Neujahrsempfang der Gemeinde im Bergmannsheim statt.  Bürgermeister Hartwin Faust begrüßte mit seiner Ehefrau Sieglinde Faust zahlreiche Gäste.

Der Text der Neujahrsansprache wird wie folgt wiedergegeben:

Es gilt das gesprochene Wort.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich begrüße Sie recht herzlich zum Neujahrsempfang 2015 der Ge-meinde Ensdorf.

Erlauben Sie mir, einige Gäste besonders zu begrüßen:

•    die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie,  Frau Monika Bachmann
•    die Landtagsabgeordneten Herrn Michael Neyses (Piraten), und Thomas Schmitt (CDU)
•    die Mitglieder des Kreistages Herrn Martin Spang und Herrn Udo Luxenburger
•    die Beigeordneten der Gemeinde Ensdorf, Herrn Manfred Alt-maier und Herrn Heiner Becker,
•    die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat der Gemeinde Ens-dorf, Herrn Hermann-Josef Flesch, Herrn Fred Stinnen und Herrn Thomas Wilhelm
•    die Mitglieder des Gemeinderates
•    den Vizepräsidenten beim Rechnungshof des Saarlandes, Herrn Thomas Hartz
•    den Direktor des Kraftwerkes Ensdorf, Herrn Dr. Klaus Blug,
•    in Vertretung für den bis 31.12.2014 im Amt gewesenen Regi-onalbeauftragten der RAG, Herrn Friedrich Breinig und für den ab 1.1.2015 neuen Regionalbeauftragten der RAG, Herrn Penth, Herrn Bernd Müller von der RAG Montan Immobilien,
•    die Bürgermeister a.D. der Gemeinde Schwalbach, Herrn Eber-hard Blaß und der Gemeinde Wallerfangen, Herr Wolfgang Wiltz,
•    den Pastor der Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf, Herrn De-chant Heinz Haser, und den Kooperator Herrn Franz Peter Rech und von der evangelischen Kirchengemeinde Pfarrerin Frau Ju-liane Opiolla
•    die Leiterin der Grundschule Ensdorf, Frau Christina Lein
•    Herrn Wolfgang Martin von energis
•    Herrn Franz Oster von Möbel Martin
•    die Gewerbetreibenden aus Ensdorf
•    den Aufsichtsratsvorsitzenden der KEV GmbH, Herrn Karl-Heinz Burger
•    den Geschäftsführer der TWE GmbH, Herr Wolfgang Weiler
•    unseren Behindertenbeauftragten Herrn Franz Leinenbach
•    unseren Schiedsmann Herrn Helmut Neis,
•    unseren Wehrführer Herrn Jürgen Wolfert
•    den Leiter der Polizeiinspektion Bous, Herrn Polizeihauptkom-missar Alfred Wagner,
•    die Mitglieder des DRK mit ihrem Vorsitzenden, Herrn Paul Fisch sowie die Vertreter der übrigen Hilfsorganisationen, ins-besondere des THW, Herr Ortwin Schon und Herr Winfried Lo-renz sowie vom DLRG Ensdorf, Herr Thomas Trenz,
•    sowie alle anwesenden Vertreter der Ensdorfer Vereine


Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die musikalische Umrahmung dieses Abends übernimmt Ruth Schmitz.
Seit ihrer Kindheit macht Ruth Schmitz, die in einer musikalischen Familie groß geworden ist,  Musik. In Trier hat sie Kirchenmusik stu-diert, bei Domorganist Wolfgang Oehms in Trier das von ihrem Vater erlernte Orgelspielen verfeinert.
Neben dem Orgelspielen nahm sie auch Klavierunterricht bei Kon-zertpianistin Sylviane Pintarelly und bei  Prof. Wolfram Schmitt-Leonardy.
Neben zahlreichen musikalischen Begleitungen von Chören, Solisten und Instrumentalisten und ihre aktive Teilnahme in Bands und Or-chester hat sie auch selbst schon Kirchen- u. Kinderchöre geleitet.
Seit über 20 Jahren ist sie Musiklehrerin für Tasteninstrumente, Flö-ten und Gitarren und führt unsere Kinder und Jugendliche an die Mu-sik heran.

Zu einem Musikstück begleitet sie Marvin Terfloth. Er ist 8 Jahre jung und besucht die 2. Klasse und spielt schon seit Jahren Flöte.

Lassen Sie sich überraschen von den musikalischen Darbietungen die-ser beiden Künstler.
Vorab schon mein Dank an Dich, liebe Ruth, und an Dich lieber Mar-vin, für die musikalische Umrahmung.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die ersten Monate des zurückliegenden Jahres waren von Sorgen ge-prägt. Sorge um den Erhalt des Kraftwerkes Ensdorf mit seinen an-nähernd 100 Arbeitsplätzen. Die Reformierung des Erneuerbaren Energie Gesetzes (besser als EEG-Gesetz bekannt) ließ den Vorstand der VSE, den Kraftwerksdirektor, aber auch mich in ein Wechselbad der Gefühle fallen.
Die politischen Kräfte und die Verantwortlichen in der Energiewirt-schaft an der Saar machten unserem Kanzleramtsminister Peter Alt-maier deutlich, welche Auswirkungen der Anfang des Jahres im Raum stehende Entwurf des Gesetzes für das Kraftwerk am Standort Ensdorf hat.
Ein großer Stein ist uns allen vom Herzen gefallen, als das Gesetz letztlich eine Fassung erhielt, die es der Saarstahl GmbH erlaubte, weiterhin Eigenstrom im Kraftwerk Ensdorf zu produzieren. Damit ist der Erhalt des Kraftwerkes bis Ende 2016 und die Arbeitsplätze zu-mindest bis zu diesem Datum gesichert.


Besondere Bedeutung für das kommunale Geschehen hatte  die Kommunalwahl am 25. Mai.
In einem überaus fairen Wahlkampf haben die für die Gemeinde-ratswahl werbenden Parteien um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler gerungen.

Das Ergebnis hat in der Zusammensetzung des Gemeinderates kleine Verschiebungen gebracht. 
Und in dem neuen Gemeinderat sind im Wesentlichen die gleichen Protagonisten wie in dem vorigen Rat, was  Kontinuität und Kon-struktivität garantiert.

Ich freue mich, dass auch dieser Gemeinderat  bereit ist,  zusammen mit mir konstruktiv für das Wohl der Gemeinde Ensdorf zu arbeiten.

Wenn Sie meine Neujahrsansprache vom vergangenen Jahr in Erin-nerung haben, werden Sie feststellen, dass die Ankündigungen zu Bauvorhaben und Gewerbeansiedlungen leider nicht umgesetzt wur-den.

Dies ist aber letztlich auch wieder ein Beweis dafür, dass die Verwal-tung und die Politik das Ihrige tun können, um Bauvorhaben und An-siedlungen zu ermöglichen, die Umsetzung letztlich aber bei den Bauherren und Gewerbetreibenden liegt.

Die Fa. Tedox, die das ehemalige Praktikergebäude  als Großhandel für Bodenbeläge, Malerbedarf und dgl. nutzen wollte, wartete zu-nächst die Rechtskraft des Bebauungsplanes ab, den die Gemeinde Ensdorf in diesem Bereich aufgestellt hat und wird wohl erst jetzt im Frühjahr die Tore öffnen. Wie Sie aber alle feststellen können, sind am ehemaligen Praktikergebäude Bauarbeiten im Gange, die dies un-termauern.

Auch die Planungen des Baus des Alten- u. Pflegeheimes Arche Noah haben längere Zeit in Anspruch genommen als erwartet. Nun soll aber Mitte dieses Jahres definitiv mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Bauzeit wird ca. 20 Monate betragen.

Auch meine Absicht, einen Verkehrskreisel am Schwalbacher Berg zu errichten, musste ich zeitlich verschieben. Diese Verschiebung hat sich aber insofern gelohnt, als dass der Landesbetrieb für Straßenwe-sen sich an dieser Baumaßnahme zu 2/3 der Kosten beteiligt und damit doch zu einer enormen finanziellen Entlastung der Gemeinde Ensdorf beiträgt.
Diese Maßnahme geht in 2015 in die Planfeststellung, so dass 2016 mit dem Bau zu rechnen ist. Mein besonderer Dank gilt hier dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium,Herrn  Jürgen Barke, sowie Herrn Michael Hoppstädter, dem Leiter des Landesbetriebes für Straßenwesen, für ihre Unterstützung.

Während der Bau der Kinderkrippe mit der Eröffnung in 2013 ihren Abschluss fand, konnten die sich daran anschließenden Sanierungs-arbeiten im Kindergarten im Herbst 2014 beendet werden, so dass jetzt ein Betrieb ohne Hindernisse stattfinden kann. Damit bieten wir 50 Krippenplätze und nahezu 200 Kindergartenplätze. 



Die nahezu unendliche Geschichte des Baues des Saarpolygons findet nun doch ein Ende. Der Verein BergbauErbeSaar hat den Auftrag zum  Bau des Polygons in Auftrag gegeben. Dieses soll Mitte des Jahres fertiggestellt  sein, so dass dann auch touristisch ein Publikumsmag-net  Ensdorf bereichert.

Man sollte bei aller Kritik an der Dauer dieses Prozesses daran den-ken, dass ehrenamtliche Akteure im Hintergrund stehen, die ihr Bes-tes gegeben haben, um es zu realisieren und auch Verantwortung ge-zeigt haben, erst zu bauen, wenn das Finanzielle geregelt ist.

Die Fortentwicklung der Bergbauflächen auf der Tagesanlage der Grube Duhamel geht voran. Im Frühjahr werden die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs ausgelobt. Mit diesen Ergebnissen kann dann die städtebauliche Entwicklung angegangen werden, so dass in 2016/2017 mit der Realisierung von Gewerbeflächen zu rechnen ist.


Mit dem Bau des Hochwasserschutzdammes hinter dem Camping-platz haben wir im November begonnen. Der Fertigstellung sehen wir im Frühjahr entgegen. Damit soll  die Befürchtung, dass der Wei-herbach im Bereich des Freibades übertritt und das Freibadbecken durch Schmutzwasser verunreinigt, ein Ende haben. Und dieses Jahr war es beinahe wieder so weit, dass das Freibadbecken überflutet wird. Durch das beherzte Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr und dem Aufbau einer Sandsacksperre konnte dies verhindert werden.
Für den Bau des Hochwasserschutzdammes haben wir seitens des Umweltministers nicht unerhebliche Zuschüsse erhalten, ohne die sonst diese notwendige Maßnahme nicht realisierbar gewesen wäre. Hierfür mein Dank an  unseren Umweltminister Reinhold Jost.

*


In 2014 hat insbesondere ein gesellschaftliches Thema Deutschland und die Welt beherrscht, und wird uns auch in 2015 beschäftigen:  Die Flüchtlingswelle.
Dieser überraschende Zustrom von Flüchtlingen hatte auch Auswir-kungen auf die Kommunen und damit auch auf Ensdorf. 
Zur Zeit sind 17 Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien in Ensdorf unter-gebracht. Ich habe diese Neubürger zum heutigen Neujahrsempfang eingeladen und darf sie an dieser Stelle herzlichst begrüßen und in Ensdorf willkommen heißen.

Ladies and Gentlemen of Eritrea and of Syria, welcome to Ensdorf.

Vor einem Krieg und seinen Folgen zu fliehen, dies ist uns Deutschen nicht unbekannt. Unsere Eltern/Großeltern und vielleicht auch noch der eine oder andere unter Ihnen können sich noch daran erinnern, evakuiert gewesen zu sein. Hab und Gut zurückzulassen, nur das Notwendigste mitzunehmen. Und immer wieder Angst, auf der Flucht von kriegerischen Auseinandersetzungen eingeholt zu wer-den. Und dieser Personenkreis war für jede gute Tat und Wort der Gastgeber der Evakuierungsorte dankbar. Ist es deshalb heute nicht unsere moralische Pflicht, auch Kriegsflüchtlingen zu helfen?

Durch den Tod von Udo Jürgens wurde sein Lied „Grieschischer Wein“ in den letzten Wochen sehr oft im Radio gespielt. Mit seinem zeitkritischen Text, der heute aktueller denn je ist, wollte er auf die Gefühle von Ausländer in Deutschland hinweisen, die sich als Fremde gefühlt haben. Textsicher wird der ein oder andere von uns schon mal in launiger Gesellschaft  das Lied nachgesungen haben. Aber den Sinn des Textes, so müssen wir alle wohl eingestehen, haben wir ig-noriert oder verdrängt.


Wenn wir dann noch aus den Medien zur Kenntnis nehmen müssen, wie einige mit den geschundenen, verängstigten, traumatisierten und verarmten Flüchtlingen umgehen, dann frage ich mich, ist dies einem zivilisierten Land wie Deutschland würdig? Müssen wir uns nicht für solche Landsleute, die wehrlosen, hilfesuchenden Flüchtlin-gen Leid und Demütigung antun, schämen?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten der Wohnungssuche für die Un-terbringung der Flüchtlinge ist mittlerweile eine leichte Entspannung eingetreten. Viele Wohnungseigentümer haben sich angetragen, den Kriegsflüchtlingen eine Bleibe zu geben. Dieses Wohnungsangebot wird wohl nur für einige Monate reichen, dann sind wir auf die Bür-gerinnen und Bürger angewiesen, dass sie weiter bereit sind, leer-stehenden Wohnraum der Gemeinde zur Verfügung zu stellen.
Deshalb möchte ich allen Wohnungsgebern, die uns und den Flücht-lingen geholfen haben und noch helfen werden,  ganz herzlich dan-ken.

Leider wurde Deutschland mit dieser Flüchtlingswelle überrascht. Ihnen eine Bleibe zu geben, ist nur ein Teil der Hilfe. Die Betreuung der Flüchtlinge, die sich in unserem Land gar nicht auskennen und zu-rechtfinden, ist der andere notwendige Teil der Hilfe. Leider mangelt es an dieser Stelle wieder am Geld. Mit der Verteilung der Flüchtlin-ge auf die Kommunen allein ist es nicht getan; sie kommen aus ei-nem ganz anderen Kulturkreis, haben andere Lebens- und Essge-wohnheiten. Oft ist die Sprache eine große Barriere.


Ich bin von einem Bürger inspiriert worden, einen Freundeskreis für Flüchtlingshilfe ins Leben zu rufen, der ehrenamtlich die Flüchtlinge betreut, mit ihnen alltägliche Besorgungen erledigt oder sie einfach nur in die Handhabung von für uns einfache Abläufe einweist. Dieser Freundeskreis wäre wünschenswert. Ich appelliere an Sie und alle Bürgerinnen und Bürger, mitzumachen und zu helfen. Einzelbeispiele dieser praktischen Hilfe gibt es schon, sie müssen nur noch gebündelt und von weiteren Helfern unterstützt werden.

Ganz besonders möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen Frau Schmitt und Frau Luxenburger bedanken, die die Flüchtlinge über ih-re eigentlichen Aufgaben hinaus betreut haben und ihnen Wegwei-ser im Alltagsleben waren.
Aber wenn die avisierten  Flüchtlinge eintreffen, werden auch sie ih-re Leistungsgrenze erreichen und dies nicht mehr in dem Umfang, wie sie es getan haben, machen können.


Bzgl. der Finanzierung der Hilfe für die Flüchtlinge ist der neue In-nenminister Klaus Bouillon aktiv geworden und hat wiederum über unseren Kanzleramtsminister Peter Altmaier die Bundesregierung zur Bereitstellung von Mitteln bewegen können. Auch seitens der Landesregierung werden finanzielle Mittel für die Kommunen be-reitgestellt, wenngleich diese die Kosten nicht decken, aber zumin-dest ein positives Signal sind.
Für dieses Jahr werden nach jetzigem Kenntnisstand noch weitere 34 Flüchtlinge in Ensdorf erwartet, die ich schon jetzt willkommen hei-ße.

Meine Damen und Herren,

unser erster Entwurf zum Haushaltsplan mit ca. 2,4 Mio Euro Defizit lässt uns auch dieses Jahr nicht viel Spielraum. Aber die Kunst des kommunalen Agierens liegt darin, mit wenig Mittel viel zu erreichen.

Wenn Sie Ihre Einladung zum heutigen Neujahrsempfang genauer studiert haben, werden Sie auf dem Deckblatt eine Uhr abgebildet sehen, deren Zeiger auf kurz vor 12 stehen.

Ich habe dieses Motiv bewusst gewählt, um die Öffentlichkeit für un-sere Finanzen zu sensibilisieren. Dieses Bild symbolisiert die Situation der Gemeinde Ensdorf hinsichtlich ihrer Finanzsituation.


Durch immer größere Einnahmeverluste und immer höher werden-den Ausgaben sehe ich die Gemeinde Ensdorf in 2018 in der Über-schuldung.
Niedrigere Gewerbesteuereinnahmen von 800.000 €, niedrigere Schlüsselzuweisungen von 225.000 € und höhere Umlagen prägen das Bild dieses Haushaltsplanes.
Allein 3,7 Mio € und damit 400.000,- € mehr sind in 2015 als Kreisumlage an den Landkreis zu entrichten, das sind ca. 36 % des Haushaltsvolumens.
Von diesen 3,7 Mio € ist ein Großteil für die Jugend- u. Sozialhilfe, respektive für Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe.
Diese den Kommunen aufgebürdeten Kosten sind auch in früheren Neujahrsansprachen und in sonstigen Diskussionen schon oft thema-tisiert worden. Den Kommunen als letztes Glied in der Reihe wird die finanzielle Existenzgrundlage durch immer neue Aufgabenübertra-gung des Bundes oder des Landes entzogen. Darüber hinaus gehen neuerdings Sparbemühungen des Landes gegenüber dem Stabilitäts-rat zu Lasten der Kommunen und treiben diese noch schneller in die Überschuldung.
Nicht umsonst haben alle Bürgermeister der saarl. Kommunen vor dem Landtag demonstriert, um die Allgemeinheit darauf aufmerksam zu machen.

Dass die Kommunen chronisch unterfinanziert sind und das Land auf-grund seiner finanziellen Situation auch keine Unterstützung leisten kann, ist allseits bekannt.

Es ist aber müßig, dieses Thema erneut ausgiebig zu behandeln. Eine Änderung ist nicht in Sicht.

Neben niedrigerer Zuweisungen des Landes und verminderter Steu-ereinnahmen vor allem bei der Gewerbesteuer wird das Defizit im Ergebnishaushalt für den Haushalt 2015 sich bei ca. 2,4 Mio € ein-pendeln.

Vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Kommunen hat die größte Landtagsfraktion im saarl. Landtag ein Positionspapier er-arbeitet, wonach die Kommunen auf freiwilliger Basis bis 2017 mit anderen Kommunen fusionieren sollen. Wenn dies nicht in dem ge-wünschten Umfang umgesetzt wird, wird für 2019 die Notwendigkeit einer Gebietsreform nicht ausgeschlossen.

Nach meiner Einschätzung ist die freiwillige Fusion mit einer anderen Kommune illusorisch.  Wer das politische Geschäft etwas kennt, wird mir bestätigen, dass es sich kein Bürgermeister und kein Gemeinde-rat erlauben wird, freiwillig die Gemeinde aufzugeben.
Dies lässt sich nun mal nur über eine vom Landtag beschlossene Ge-bietsreform bewirken.

Wie bereits erwähnt, ist dies die Position eines Koalitionspartners der Landesregierung, es gilt die Reaktion der anderen großen Land-tagsfraktion abzuwarten, die auf dieses Positionspapier noch eine Antwort schuldet.

Viele Gegner einer Gebietsreform argumentieren, dass zwei Kranke noch keinen Gesunden ergeben. Dies ist richtig, aber richtig ist auch, dass wir uns den Luxus von Doppelstrukturen im Radius von 4 km leisten. Und hier ist nach meiner Meinung ein Einsparpotential gege-ben. Kein Wirtschaftsbetrieb mit Filialen würde sich jeweils einen ei-genen, der Zentrale ähnlichen Verwaltungsapparat am jeweiligen Standort der Filiale leisten.
Und dem überstrapazierten Argument der durch eine Gebietsreform verlorengehenden Bürgernähe muss ich auch entgegentreten. Die Bürgerinnen und Bürger sind schon mobil, um vielleicht einmal im Jahr die Verwaltung aufzusuchen. Und wenn diese Mobilität nicht gegeben ist, gibt es andere Möglichkeiten, den Bürgerinnen und Bür-gern im Einzelfall „vor Ort“ zu helfen.

Die Frage hinsichtlich der Zukunft der Kommunen bleibt also span-nend. Es gilt abzuwarten, auf welchen Konsens sich die beiden gro-ßen Landtagsfraktionen einigen und was das Ergebnis sein wird.


Den neuesten Forderungen aus der Politik hinsichtlich der Einsparung von Personal bei den Kommunen als Allheilmittel muss man meiner Meinung nach aber mit der notwendigen Skepsis begegnen.

St. Wendel, deren bisheriger Bürgermeister und jetziger Innenminis-ter diese Forderung aufgestellt hat, war bislang noch keine Sanie-rungsgemeinde und musste auch keinen Sanierungsplan aufstellen.
Ich mag deren Personaltableau nicht beurteilen, aber für Ensdorf kann ich  behaupten, dass wir seit ca. 10 Jahren den Personalbestand kontinuierlich reduziert haben und es an dieser Stelle nichts mehr einzusparen gibt.
Mit 18 Vollzeitstellen in der Verwaltung und 11 Vollzeitstellen im Bau- u. Betriebshof ist das Limit erreicht, mit der eine Gemeinde noch zu führen ist.


Im Vorgriff auf den Haushaltssanierungsplan, den wir zu erstellen ha-ben und der Kommunalaufsicht Einnahmeverbesserungen
oder Einsparungen aufzeigen müssen, hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in 2014 die Grundsteuer B von 310 v.H. auf 360 v.H. erhöht. Diese Erhöhung beruht auf einer Initiative der Verwaltung. Der landesdurchschnittliche Hebesatz liegt bereits bei 360 v.H.. Die Kommunen sind vom Städte- u. Gemeindetag aufgefordert worden, ihre Einnahmequellen auszuschöpfen.
Es ist einerseits unredlich, zu lamentieren, wie schlecht es den Kom-munen geht, wenn andererseits die Einnahmen nicht generiert wer-den. Diese Erhöhung bewirkt eine Haushaltsverbesserung von ca. 130.000,- €. Die Belastung für jeden Grundstückseigentümer liegt, je nach Alter des Hauses, zwischen 5,- € und 50,- € im Jahr, also  gerade mal ca. 4,- € monatlich.
In Nordrhein-Westfalen haben einige defizitäre Kommunen Hebesät-ze  von 800 v.H..
Wir werden auch nicht umhin kommen, wiederkehrende Beiträge für die Unterhaltung der gemeindeeigenen Straßen einzuführen. Diese Regelung soll dann die Anwendung der Straßenausbaubei-tragssatzung ersetzen, die nach meiner Meinung ungerecht war und im Einzelfall für jede Bürgerin und Bürger eine finanzielle Unzumut-barkeit darstellt.

Welche Investitionen planen wir in diesem Jahr?

Wir wollen in  diesem Jahr zunächst im Bereich von Möbel Martin die Kanalisation sanieren, bevor dann im letzten Schritt dort nach dem Bau der Überquerungshilfe eine neue Fahrbahnsanierung und eine längst überfällige Fahrbahnmarkierung vorgenommen wird. Und wenn ich an dieser Stelle unserer ehemaligen Innenministerin und jetzigen Ministerin für Soziales , Gesundheit, Frauen und Familie, Frau Monika Bachmann, für einen beträchtlichen Zuschuss zu dieser Maßnahme danke, sehen Sie, dass vieles ohne die Hilfe des Landes nicht mehr geht. Liebe Frau Ministerin, liebe Monika, auch Dir vielen Dank für Deine Unterstützung..
Nach Beendigung dieser Maßnahme werden als vorbereitende Ar-beiten des Kreiselbaues im Kreuzungsbereich Am Schwalbacher Berg/Provinzialstr.  zunächst die Kanäle saniert. Wie bereits erwähnt, soll in 2016 dann der Bau des Kreisels in Angriff genommen werden.



Neben den bereits erwähnten Kanalsanierungsmaßnahmen im Be-reich Überquerungshilfe Möbel Martin und in der Dorfmitte im Kreu-zungsbereich Am Schwalbacher Berg/Provinzialstraße, was allerdings das Abwasserwerk finanziert,  ist im Entwurf des Investitionsplanes die Ausleuchtung des Straßenbereiches Kreisel Bauhaus bis Einmün-dung Ruhland Kallenborn sowie die Sanierung der Leichenhalle vor-gesehen.
Neben weiteren kleineren Investitionen beträgt das vorläufige Ge-samtinvestitionsvolumen 340.000,- €.

Eine Investition, die schon jetzt in Angriff genommen wird und die den Bürgerinnen und Bürgern viel bringt und die Gemeinde nichts kostet, ist der Ausbau des DSL-Netzes. Bis Ende des Jahres ist ganz Ensdorf mit Breitbandtechnik ausgebaut, so dass in jedem Haushalt mindestens VDSL mit 50 MB Downloadgeschwindigkeit angeboten werden kann. Die Maßnahme wird von der Telekom betrieben und ist eine Umsetzung der Politik aus Berlin.


Im Internet habe ich zum Jahreswechsel einen Reim gefunden, mit dem ich meine Ansprache beenden möchte:


Wieder ist nun ein neues Jahr gekommen,
das alte still und leis’ verronnen – hat Gedanken und Erinnerungen mit sich genommen.
Doch sollten wir nicht bedauern, dass Bekanntes und Bewährtes von uns geht,
da mit jedem Abschied auch ein vielversprechender Anfang ansteht.
In diesem Sinne wünsche Ihnen ein glückliches Neues Jahr, Gesund-heit und Zufriedenheit!

Erheben Sie bitte mit mir Ihr Glas !
Prosit Neujahr !

Nach der Neujahrsrede zeichnete Bürgermeister Hartwin Faust Herrn Klaus Mathieu für sein ehrenamtliches Engagement aus.

Der Text seiner Rede wird Ihnen nachfolgend wiedergegeben:

Ich möchte den heutigen Neujahrsempfang gerne zum Anlass neh-men, einem Herren aus unserer Runde für sein ehrenamtliches En-gagement zu danken.

Es handelt sich hierbei um Herrn Klaus Mathieu.

Herr Mathieu leitet in unserer Grundschule seit nunmehr 3 Jahren ehrenamtlich die Fußball-AG für Fortgeschrittene, an der zwischen 10 und 14 Kinder teilnehmen. Das Training ist einmal pro Woche in der 6. Unterrichtsstunde. Gegen Ende des Schuljahres findet jedes Jahr das saarländische Turnier im Fußball der Grundschulen statt, an dem die Ensdorfer Grundschüler dank Herrn Mathieu bisher mit Er-folg teilgenommen haben.

Seit dem letzten Schuljahr bietet Herr Mathieu zusätzlich eine Werk-AG in unserer Grundschule an. Zurzeit nehmen ca. 22 Kinder des vierten Schuljahres, aufgeteilt in zwei Gruppen, daran teil. So bauten die Kinder unter seiner Anleitung eine Krippe, die inzwischen im Fo-yer der Schule ausgestellt ist und von vielen Kindern immer wieder auf`s Neue bewundert wird. Zudem stellte er mit den Grundschul-kindern ein Rennauto aus Holz und einen flugfähigen Drachen her. In diesem Schuljahr wird Herr Mathieu zusammen mit den Kindern ein Insektenhotel bauen. Mit seiner Hilfe erlernen die Kinder in der Werk-AG die handwerklichen Fähigkeiten wie schleifen, bohren, sä-gen und vieles mehr auf kindgerechte Art und Weise.

Die Schüler kommen mit viel Begeisterung zu ihm, sei es zur Fußball- als auch zur Werk-AG.

Es ist mir deshalb ein besonderes Anliegen, ihm für sein ehrenamtliches Engagement mit einem kleinen Präsent Dankeschön zu sagen.