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Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch...



So viele Meldungen über Vorkommen des Eichenprozessionsspinners wie in dieser Saison gab es seit Jahren nicht mehr! 2007 trat die Raupe dieses Nachtfalters erstmals in größerem Umfang in unserer Region auf, in den Folgejahren war der Befall eher abnehmend, aber seit 2018 ist das Insekt wieder auf dem Vormarsch. Wohl wegen des recht milden und vor allem trockenen Winters konnte sich die Population in diesem Jahr recht ungehemmt ausbreiten. Wie bereits berichtet, hat die Verwaltung nach den Erfahrungen des Vorjahres die 66 auf öffentlichen Flächen stehenden Eichen erstmals vorsorglich mit einem biologisch abbaubaren Produkt behandeln lassen. Mittels spezieller Hochdrucklanzen hat eine Fachfirma die Eichen an Freibad, Blockhüttengelände, Campingplatz, Sportanlagen, Spielplätzen und dem Wertstoffhof Anfang Mai mit Neem-Protect besprüht, was einen zuverlässigen Schutz garantiert. Denn im Gegensatz zu anderen Schmetterlingsarten geht von der Raupe des Eichenprozessionsspinners eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen aus. Die Raupen haben sehr feine Brennhaare, die leicht zerbrechlich sind und durch den Wind bis zu 100 Meter weit verbreitet werden. Auch nach Häutung der Raupen verbleiben die sehr dauerhaften Härchen im Nest und können bei empfindlichen Personen Juckreiz, Hautrötungen (Raupendermatitis), Schwellungen der Schleimhäute bis hin zu Atemnot und Asthma auslösen.


Der Eichenprozessionsspinner tritt (fast) ausschließlich an Eichen auf und hierbei stets an Astgabelungen oder am Stamm. Auffällig sind die weißen, wolligen Gespinste der Nester. Die Raupe hat wegen ihrer zahlreichen, starken leider Härchen kaum Fressfeinde (wie z.B. den Kuckuck). Meist sind öffentliche Anlagen und Privatgärten in Waldnähe betroffen, denn die Eiche ist die häufigste Baumart im Ensdorfer Wald. Vor allem auch von Waldbesuchern werden in dieser Saison Nester des Prozessionsspinners gemeldet, die sich teilweise auch in „greifbarer Höhe“ am Stamm befinden und eine Gefahr für (unkundige) Waldbesucher, vor allem Kinder und Hunde darstellen können. Der Wald ist in Besitz des Landes, wird vom SaarForst Landesbetrieb bewirtschaftet und fällt nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde.

Der Prozessionsspinner taucht in den Monaten Mai bis September auf und durchläuft am Baum 6 Larvenstadien, das heißt er häutet sich und verliert dabei die allergisierenden Haare. Auch verlassene Nester können diese Härchen noch über Jahre enthalten.

Falls auf Privatgelände Eichen stehen, sollten diese von ihren Eigentümern kontrolliert und vorgefundene Nester von einer Fachfirma beseitigt werden um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu erschweren. Dabei sollten die Nester nicht abgebrannt sondern nach Fixierung (meist mit Bauschaum) abgehoben und entsorgt werden. Ein Absterben der Bäume ist übrigens durch den Fraß der Raupen nicht zu befürchten.