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Neujahrsempfang 2018

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger!

Am vergangenen Freitag fand der diesjährige Neujahrsempfang der Gemeinde im Bergmannsheim statt. Bürgermeister Hartwin Faust begrüßte mit seiner Ehefrau Sieglinde Faust zahlreiche Gäste.

Der Text der Neujahrsansprache wird wie folgt wiedergegeben.

-Es gilt das gesprochene Wort-


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich begrüße Sie recht herzlich zum Neujahrsempfang 2018 der Gemeinde Ensdorf.

Zu Anfang möchte ich mich sehr herzlich bedanken bei Frau Marion Schneider, Inhaberin des Blumengeschäftes „Sonnenblume“, für die unentgeltliche Überlassung der Blumendekoration.

Auch begrüßen möchte ich die Bürgerinnen und Bürger der Jahrgänge 1950 und 2000.

Die Frauen und Männer des Jahrganges 1950 vollenden in diesem Jahr das 68. Lebensjahr. 68 ist in der Geschichte Deutschlands eine Schlüsselzahl. Die 68-er Generation mit ihren Gallionsfiguren Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg ist Ihnen allen noch in den Köpfen. Wilde Zeiten mit Straßenschlachten und Aufstand gegen das Establishment.

Der Jahrgang 1950 war zu diesen wilden Zeiten in einem Alter, das durch diese Generation geprägt wurde. Der 68-er Generation haben wir durchaus zu verdanken, dass Deutschland heute ein fortschrittlicher Staat ist und weltoffen denkt.

Ich hoffe, Sie lassen es im Alter von 68 Jahren ruhiger angehen.

Der Jahrgang 2000 steht für den Beginn eines neuen Jahrtausends. Sie werden in diesem Jahr volljährig und wahlberechtigt. Sie sind die Zukunft unseres Landes, auf Sie setzen wir. Herzlich willkommen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

in diesem Jahr konnten wir Mitglieder des Kreissymphonieorchesters zur musikalischen Untermalung gewinnen. Musiker, die Musik auf höchstem Niveau bieten.

Begrüßen Sie mit mir:

An der 1. Violine: Helmar Imschweiler
An der 2. Violine: Christian Zickwolf
An der Bratsche: Vidmante Adriunaite
Am Cello: Cornelia Nauhauser

In der Eröffnung haben Sie schon eine Kostprobe ihres Könnens hören dürfen.
Lassen Sie sich von weiteren Klängen überraschen.

Auch konnten wir eine junge Sängerin gewinnen, die erst in den letzten Wochen durch die Teilnahme an dem Wettbewerb von „The voice of Germany“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat.

Sie wohnt hier in Ensdorf und wird Ihnen eine Kostprobe ihres Könnens vortragen:
Filiz Arslan

Leider konnte sie sich im Halbfinale mit dem Song "Ich kann nicht schlafen“ nicht mehr durchsetzen und schied aus. Dennoch freuen wir uns über ihren erzielten Erfolg.

Vorab schon mal meinen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

das zurückliegende Jahr war im Saarland von Wahlen geprägt.

Im Frühjahr fand die Landtagswahl statt, die zum Ergebnis wieder die Große Koalition von CDU und SPD hatte.

Damit ist eine gewisse Kontinuität der Landespolitik gewährleistet.

Im September fand die Bundestagswahl statt, die zur Überraschung von uns allen unbefriedigende Wahlergebnisse hervorbrachte.

Massive Wahlverluste der beiden großen Volksparteien waren an diesem Wahlabend zu verzeichnen, was dazu führte, dass noch am selben Abend die Große Koalition seitens der SPD aufgekündigt wurde.

Das Wahlergebnis wurde als Ohrfeige für die Große Koalition gewertet.

Und das Wahlergebnis einer Partei hat viele erschreckt. Viele fragten sich an diesem Abend, ob das relativ hohe Wahlergebnis letztlich nur Ausdruck einer Frustrationswahl war oder ob sich Deutschland, wie andere europäische Staaten auch, nach rechts bewegt.

Sondierungsgespräche zu etwaigen Koalitionsbildungen von CDU/CSU, Bündnis 90/Grüne und FDP scheiterten nach 5 Wochen Verhandlungen.

Ein umsichtiger und über alle Parteigrenzen agierender Bundespräsident hat bewirkt, dass dennoch wieder Gespräche zur Bildung einer Großen Koalition aufgenommen werden.

Bestimmte Themen werden schon im Vorfeld diskutiert und gefordert. Ich möchte an die beiden Parteien appellieren, bei ihren Forderungen und Verhandlungsergebnissen auch die Auswirkungen auf die Kommunen zu bedenken. In Berlin wird schnell etwas entschieden, was die Kommunen nachher unter größten Schwierigkeiten umzusetzen haben.

Nächste Woche sollen entsprechende Verhandlungen beginnen. Ich bin gespannt, was das Ergebnis sein wird.

In Ensdorf hat sich auch Einiges getan. Der Verkehrskreisel in der Dorfmitte wurde nach einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Der überwiegende Teil der Mitbürgerinnen und Mitbürger zeigte eine positive Resonanz auf die Gestaltung des Kreisels und seines Umfeldes. Der Verkehr läuft optimal, Rückstau am Schwalbacher Berg gibt es nicht mehr. Der Kreisel ist auch städtebaulich ein weiterer Mosaikstein zur Gestaltung des Ortszentrums und schon jetzt eine Bereicherung für das Dorfbild.

Im Rahmen dieser Baumaßnahme haben wir in Zusammenarbeit mit unserem Behindertenbeauftragten Franz Leinenbach auch Barrierefreiheit geschaffen, indem wir die Stufen entlang der Kreissparkasse höhengleich gestaltet haben, so dass in ihrer Mobilität beeinträchtigte Menschen ungehindert den Gehweg benutzen können und nicht mehr die Straße benutzen müssen.

Insgesamt sind viele Stolperfallen durch den Wegfall der Bürgersteigbegrenzungen entfallen.

Das Saarpolygon ist zwischenzeitlich zu einem Magnet für Touristen avanciert, wenngleich die Parksituation im Umfeld des Eingangs zur Bergehalde manche Sorgen bereitet hat.

Das wilde Parken der Polygonbesucher an bestimmten Wochenenden war auch Gegenstand einer Bürgerbeteiligung im Januar vergangenen Jahres.

Die Zusammenkunft der betroffenen Bürger mit der Gemeindeverwaltung und ihren konstruktiven Beiträgen hatte zur Konsequenz, dass durch verkehrsrechtliche Anordnungen und Parkplatzanweiser in den Sommermonaten eine gewisse Entspannung dort erreicht wurde.

Als nächsten Schritt wollen wir einen Parkplatz an der Ostseite der Bergehalde errichten. Dieser wird größtenteils mit einem großzügigen Zuschuss der RAG –Stiftung sowie Mitteln aus der Touristikförderung finanziert.

Im Sportzentrum haben wir das alte FC-Gebäude abgerissen, im Frühjahr werden dort neue Parkplätze angelegt, die insgesamt dann die Parksituation auch etwas entspannen sollen. Auch hatten wir im vergangenen Jahr Gelegenheit, das 80-jährige Bestehen des Rathauses Ensdorf zu feiern. Mit einer Bilderausstellung über die Geschichte der Gemeindeverwaltung weckten wir das Interesse zahlreicher Bürger, die zu diesem „Geburtstag“ kamen. Bei vielen der Besucher kamen die Erinnerungen an frühere Zeiten wieder hoch, an Menschen, an Bauwerke, an Feste.

Eine Veranstaltung, die bei den Bürgerinnen und Bürger viel Beachtung fand.

In der letzten Sitzung des Gemeinderates im Dezember 2017 haben wir die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans im Bereich des Kraftwerksgeländes beschlossen.

Dies ist notwendig, um dort das geplante Biomassenzentrum und weiteres Gewerbe anzusiedeln.

Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Standortentwicklung geschaffen. Um die Bürger bei diesem Prozess mitzunehmen, hat die VSE zusammen mit der Gemeindeverwaltung im vergangenen April eine Standortkonferenz durchgeführt, in der die Pläne und Absichten skizziert wurden.

Neben unserer Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer waren auch die Staatssekretäre Barke vom Wirtschaftsministerium und Krämer vom Umweltministerium sowie der Vorstand der VSE, Dr. Clemens, im Podium. Wichtig war allen Teilnehmern die Transparenz dieses Vorhabens. Und diese politische Präsenz weist auch darauf hin, wie wichtig dieses Projekt für die Landesregierung ist, dass es realisiert wird.

Und wenn wir bei diesem Thema sind, darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Kraftwerk am 20.12.2017 die Stromerzeugung eingestellt hat. Dieser Schritt ist der VSE nicht leicht gefallen. Durch die Tatsache, dass die Saarstahl AG die Eigenstromerzeugung nicht mehr weiter betreiben wollte, war eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. Das Kraftwerk war ein Teil der Identität von Ensdorf, von dem wir uns alle ungern trennen.

Und dieser Prozess ist schmerzlich. Mehr als 5 Jahrzehnte hat das Kraftwerk Arbeitsplätze vorgehalten und mit seinen Gewerbesteuern auch dazu beigetragen, dass Ensdorf als Wohnort mit all seinen Freizeiteinrichtungen sich so entwickeln konnte; und so mancher Verein fand auch unkonventionelle Unterstützung durch die Kraftwerksleitung.

Wenngleich für die Mehrzahl der Bediensteten des Kraftwerkes Ensdorf Folgebeschäftigungen geschaffen worden sind, bleiben dennoch ca. 13 Arbeitnehmer ab dem 1.1.2018 ohne Beschäftigung.

Deshalb ist es dem Vorstand der VSE als auch mir so wichtig, dass auf dem Kraftwerksgelände Gewerbe angesiedelt wird, um wieder neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wir sind auf einem guten Wege und gehen – wenn sich keine Hindernisse auftun - zuversichtlich davon aus, dass noch in 2018 mit der Ansiedlung des ersten Gewerbebetriebes zu rechnen ist.

Im Bereich der Schanzenstraße /Provinzialstraße haben wir eine Überquerungshilfe errichtet. Vorher haben wir dort umfassende Kanalsanierungen durchgeführt. Damit haben wir für die Bürgerinnen und Bürger die Verkehrssicherheit zur Überquerung der Provinzialstraße erhöht.

Auch haben wir den ersten Blitzer am Schwalbacher Berg aufgestellt. Damit wurde das Sicherheitsgefühl erheblich gesteigert. Kurz nach Inbetriebnahme des Blitzers sind an einem Sonntag mehr als 200 Autofahrer mit erhöhter Geschwindigkeit dort registriert worden.

Aber unser Blitzer hat auch dadurch Schlagzeilen in der Presse verursacht, weil versucht wurde, ihn kurz nach der Inbetriebnahme in die Luft zu sprengen. Die Täter wurden nicht gefasst.

In der Walther-von-Rathenau-Straße ist das neue Seniorenhaus Arche Noah entstanden. Im Frühjahr vergangenen Jahres haben die Investoren Dietmar Hartmann und Ralf Mertins in Anwesenheit unserer Sozialministerin noch den Grundstein gelegt; inzwischen ist der Baufortschritt so weit fortgeschritten, dass in den nächsten Wochen die Eröffnung ansteht.

Mit ca. 110 Betten und ca. 100 Arbeitsplätzen hat diese Einrichtung eine Dimension erreicht, auf die Ensdorf stolz sein kann und überregional Beachtung findet.

Die Bestellung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges haben wir auf den Weg gebracht. Dies war letztlich auch nur deshalb möglich, weil 90 v.H. der Anschaffungskosten von 240.000,- € durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz I bezuschusst werden. Ich habe diese Zuschussmöglichkeit gerne der Freiwilligen Feuerwehr zukommen lassen.

Zum einen hätten wir ohnehin das mehr als 30 Jahre alte Fahrzeug ersetzen müssen, zum anderen vertrete ich die Auffassung, dass der ehrenamtlich tätigen Feuerwehr das bestmögliche Material an Hand gegeben wird, um die oft gefährlichen Einsätze zu bewältigen.

Allzu oft vergessen wir, dass die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen die Unversehrtheit ihres eigenen Körpers und sogar ihr Leben riskieren. Auch psychischen Extremsituationen sind sie ausgeliefert. Ich hatte zweimal im vergangenen Jahr die Gelegenheit, die Aktivitäten der Feuerwehr bei der Bergung einer Leiche und der Brandbekämpfung mit einem Schwerverletzten zu begleiten. Zum einen bei eisiger Kälte und zum anderen morgens um 3.30 Uhr.

An dieser Stelle möchte ich mich gerade bei meiner Feuerwehr Ensdorf ganz herzlich bedanken. Was Ihr leistet, ist enorm.

Auch das Baugebiet Ensdorf-Süd II ist auf den Weg gebracht. Der Investor beabsichtigt, noch im Januar mit den Erschließungsarbeiten beginnen zu wollen und diese bis Ende des Jahres abgeschlossen zu haben. Das bedeutet, dass unter gewissen Umständen schon Ende des Jahres auch die ersten Häuser dort errichtet werden können.

In diesem Baugebiet sollen sich überwiegend junge Familien ansiedeln. Damit deren Wunsch auf Betreuung ihrer Kinder Berücksichtigung findet, hat der Gemeinderat zugestimmt, dem Projekt Kinderland IV in Griesborn Eisenbahnschacht beizutreten, damit dort eine Kinderbetreuungseinrichtung (Kindertagesstätte/Kinderkrippe) entsteht und 18 Kindern aus Ensdorf eine Betreuung ermöglicht werden kann.

Wir haben uns die Sanierung unserer Freiwilligen Ganztagsschule vorgenommen, damit in adäquaten Räumen den Kindern nicht nur ein Betreuungs- sondern vor allem eine Förderungsmöglichkeit geboten wird. Die Betreuung unserer Kinder, ob im Kleinkindalter oder nachher im Grundschulalter, nimmt gesellschaftlich einen immer größeren Stellenwert ein.

Dem wollen wir gerecht werden.

Diesbezüglich darf ich aber auch feststellen, dass die Gemeinde Ensdorf hinsichtlich der Kinderbetreuung ihr Möglichstes getan hat und auch tut, damit die Kinder und damit auch die Eltern optimale Voraussetzungen vorfinden.

Seit 30 Jahren pflegen wir eine Städtepartnerschaft mit den französischen Gemeinden Wizernes und Hallines in Nordfrankreich. Diese Partnerschaft funktioniert dank des Engagements unseres Partnerschaftsvereins und insbesondere des Vorsitzenden Patrick Voigt. Am letzten Wochenende im August vergangenen Jahres haben uns die Vertreter aus Wizernes und Hallines besucht und das Jubiläum gebührend gefeiert.

In einem Festakt ist besonders zum Ausdruck gekommen, dass eine Städtepartnerschaft und die Zugehörigkeit zur Europäischen Union Grundsteine dafür sind, dass wir schon seit mehr als 70 Jahren keinen Krieg mehr hatten.

Auch haben wir uns vergangenes Jahr ein neues City-Mobil zugelegt. Dieses Fahrzeug ist primär für die Jugend- u. Seniorenarbeit gedacht. Finanziert wurde es zum größten Teil aus den Spenden anlässlich meines 60. Geburtstages, der allerdings auch schon fast zwei Jahre her ist, sowie einer Förderung nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz I.

Mit diesem Fahrzeug werden wöchentlich die Einkaufsfahrten unserer Seniorinnen und Senioren durchgeführt, die nicht mehr so mobil sind oder keine Angehörige haben, die mit ihnen einkaufen gehen.

Ein Erfolgsmodell, das bereits im fünften Jahr dank des Simeonclubs, der die Fahrer stellt, praktiziert wird. Auch der Jugendpfleger greift gerne auf das Fahrzeug zurück, um mit den Kindern und Jugendlichen in den Ferien aktiv sein zu können.

Ja, und dann war in den letzten Wochen des Jahres 2017 wieder ein Thema aufgeflammt, von dem wir nicht so richtig wissen, wie wir damit umgehen sollen: die Grubenflutung.

Die RAG hat beim Oberbergamt des Saarlandes den Antrag auf Grubenflutung bis

-320 m gestellt. Dies bedeutet, dass sozusagen die Gruben Reden und Duhamel „kurzgeschlossen“ und das Grubenwasser zusammengeführt wird.

Ziel dieser Maßnahme soll in einem weiteren Schritt dann sein, das Grubenwasser aller saarländischen Gruben in Ensdorf zusammenzuführen und so ansteigen zu lassen, dass es in Ensdorf ca. im Jahre 2030 oberirdisch in die Saar abgeleitet wird. Die Wassermenge wird mit ca. 20 Mio m³ beziffert.

Von diesem Grubenwasseranstieg sind 600.000 Einwohner des Saarlandes betroffen.

Zurzeit findet ein Planfeststellungsverfahren diesbezüglich statt, das auch die Stellungnahmen der betroffenen Kommunen zum Inhalt hat. Die Gemeinde Ensdorf wird –wie so viele Kommunen- eine Stellungnahme abgeben und hat sich der Dienstleistung eines Rechtsanwalts bedient. Diese Stellungnahme soll die Bedenken vortragen, die unseres Erachtens nach mit der Grubenflutung zu befürchten sind.

Ein Gutachten des renommierten Hydrologen Prof. Wagner kommt zwar zum Ergebnis, dass die Grubenflutung auf – 320 m in unserem Bereich unproblematisch für das Trinkwasser sei, schließt aber dies im Bereich Saarbrücken/Scheidt nicht aus und darüber hinaus auch nicht, dass Hebungen bis zu 10 cm erfolgen können.

Damit sind die Ängste der Bürgerinnen und Bürger, aber auch die der Kommunen berechtigt. Schäden am Grundbesitz im privaten Bereich und Schäden an der Infrastruktur wie Kanäle und Straßen sind zu befürchten.

Und bei einem späteren Anstieg des Grubenwassers bis zum oberirdischen Ableiten ist auch zu befürchten, dass das Grundwasser beeinträchtigt wird.

Deshalb obliegt es jetzt dem Oberbergamt und vor allem der Landesregierung, sorgfältig die vorgebrachten Bedenken zu prüfen und auszuräumen.

Die Glaubwürdigkeit der Wirtschaft ist durch den Diesel-Skandal arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Desto wichtiger ist es hier, Glaubwürdigkeit wieder zurückzugewinnen und einen ehrlichen Umgang miteinander zu praktizieren.

Auch die viel zitierte Gebietsreform scheint nach Aussage unseres Innenministers in Ferne gerückt zu sein. Alle Kommunen des Landkreises Saarlouis und die Landkreisverwaltung Saarlouis hatten ein Gutachten zur Auslotung interkommunaler Zusammenarbeit in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis nun vorliegt.

Auf die 13 Gemeinden und den Bereichen, die untersucht wurden, bezogen, liegt eine Ersparnis von ca. 3 Mio. Euro insgesamt vor. Dieses Ergebnis ist pro Gemeinde in ihrer einwohnermäßigen Größenordnung nicht gerade berauschend, dennoch wollen wir sondieren, in welchen Bereichen wir mit anderen Kommunen zusammenarbeiten können.

Eine interkommunale Zusammenarbeit ist auch immer eine Abwägung, ob eine vordergründig zu erreichende Wirtschaftlichkeit nicht kontraproduktiv der Bürgernähe und Gemeindeidentifikation gegenüber steht.

Die demografische Entwicklung macht auch vor Ensdorf nicht halt. Im Jahre 2017 hatten wir 52 Geburten, was nach Jahren des zahlenmäßigen Rückgangs erstaunlich ist, aber leider auch 84 Sterbefälle.

Zum 31.12.2017 lebten in Ensdorf 6.528 Einwohner. Wenn das Baugebiet Ensdorf Süd II bebaut ist, werden wir einwohnermäßig diese Zahl halten können.

Das Haushaltsjahr 2017 wird wohl mit dem prognostizierten Defizit von rund

464.000,- € abschließen.

Das Jahr 2018 sieht trotz der Schließung des Kraftwerkes ein wenig besser aus als 2017. Wir rechnen mit einem Defizit von ca. 170.000,- €.

Dies resultiert daraus, dass wir höhere Schlüsselzuweisungen erhalten haben und andererseits die Kreisumlage sich sogar um 130.000,- € verringerte. Aber zu diesem Gesamtergebnis trägt auch die Erhöhung der Grundsteuer auf den gewogenen Landesdurchschnitt bei.

Eine Erhöhung von Steuern ist nicht gerade eine populäre Maßnahme eines Gemeinderates. Aber durch die moderate finanzielle Mehrbelastung im Jahr trägt dies auch dazu bei, dass wir Betreuungseinrichtungen (wie zuvor mit der Kindertageseinrichtung Kinderland IV Eisenbahnschacht) anbieten können.

Aber dieses angestrebte Ergebnis ist auch dem Umstand geschuldet, dass wir eine strikte Sparpolitik betreiben.

Dies führte im vergangenen Jahr dazu, dass uns die Kommunalaufsicht bescheinigte, dass Ensdorf die zweite Gemeinde im Saarland ist, die nicht mehr Sanierungsgemeinde ist. Während andere Gemeinden immer mehr in die Verschuldung driften, unterliegen wir nicht mehr den strikten Auflagen der Kommunalaufsicht. Und darauf bin ich zusammen mit meiner Verwaltung und dem Gemeinderat stolz.

Was haben wir an Investitionen für das Jahr 2018 vorgesehen?

Die Liste der Wünsche ist groß:

Und viele dieser Wünsche sind berechtigt und auch geboten. So wäre z.B. ein ausgebauter Gehweg zwischen Ensdorf und Schwalbach dringend geboten, zumal in 2018 auch die Fahrbahndecke der L 139 erneuert wird und der Ausbau des Gehweges sich geradezu anbieten würde.

Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 120.000,- €.

Der Ausbau der Nachmittagsbetreuung schlägt auch mit 200.000,- € zu Buche.

In der Straße Am Pfarrgarten sind dringend notwendige Kanalbauarbeiten erforderlich. Diese Kosten trägt das Abwasserwerk.

Wenn wir aber schon diese Straße aufreißen müssen, bietet sich an, die Straße insgesamt verkehrsberuhigt auszubauen. Diese Arbeiten würden aber ca.

150.000,- € nach Abzug von Zuschüssen kosten.

Neben anderen kleineren Positionen kommen wir dann auf einen Kreditbedarf von ca. 700.000,- €, den allerdings die Kommunalaufsicht nicht genehmigen wird.

Der von der Kommunalaufsicht eingeräumte Kreditbedarf liegt bei 283.000,- €

Demzufolge haben der Gemeinderat, die Gemeindeverwaltung und ich noch viel Arbeit vor sich, eine Prioritätenliste zu erstellen.

In 2018 feiern wir auch das 80-jährige Bestehen unseres Freibades mit mehreren Aktionen rund um das Becken.

Es wäre schön, wenn auch dieses Ereignis bei Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, gut ankommen würde und Sie die Veranstaltungen besuchen würden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Sie sehen,

der Gemeinderat, die Verwaltung und ich – wir arbeiten stetig gemeinsam daran, Ensdorf voranzubringen und weiter zu entwickeln. Hierfür bitte ich weiterhin um Ihre Unterstützung.

Zum Schluss meiner Ansprache möchte ich Ihnen ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben mit auf den Weg geben:

Das alte Jahr vergangen ist,
das neue Jahr beginnt.
Wir danken Gott zu dieser Frist.
Wohl uns, dass wir noch sind!

Wir sehn aufs alte Jahr zurück,
und haben neuen Mut.
Ein neues Jahr, ein neues Glück.
Die Zeit ist immer gut.

Ein neues Jahr, ein neues Glück.
Wir ziehen froh hinein.
Und: Vorwärts, vorwärts, nie zurück!
Das soll unsre Lösung sein.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute in 2018.

Erheben Sie Ihr Glas mit mir und begrüßen Sie das Neue Jahr 2018 !

Prosit

Und nun bitte ich um Ihre Aufmerksamkeit für Filiz Arslan mit dem Song "Doppelleben"