Vorerst bye bye Opernfestspiele »Am Saarpolygon«
Drei besondere Jahre am Saarpolygon - drei Sommer voller Musik, Kultur und besonderer Begegnungen auf unserem Hausberg. Mit der letzten Aufführung der „West Side Story“ ist am Saarpolygon nun vorerst der letzte Vorhang gefallen. Zwölf Vorstellungen waren in diesem Jahr geplant, elf konnten wie vorgesehen stattfinden. Eine Aufführung musste dem Wetter weichen und wurde am Montag dieser Woche nachgeholt.
Damit geht für unsere Gemeinde eine ganz besondere Zeit erstmal zu Ende.
Als Bürgermeister von Ensdorf erfüllt es mich mit Stolz, dass das Saarpolygon in den vergangenen drei Jahren zu einer außergewöhnlichen Bühne für Oper und Musical geworden ist. Was hier entstanden ist, war weit mehr als eine Reihe von Kulturveranstaltungen.
Kultur dort, wo früher Kohle gefördert wurde - es war ein Stück Ensdorf; ein Stück Saarland. Und ein wunderbares Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Menschen eine Idee haben, an die sie glauben und gemeinsam anpacken.
Das Saarpolygon steht wie kaum ein anderer Ort für die Geschichte unserer Gemeinde. Es erinnert an den Bergbau, an die Menschen, die hier über Jahrzehnte gearbeitet haben, und an eine Zeit, die Ensdorf nachhaltig geprägt hat. Mit Mozarts „Zauberflöte“ und nun der „West Side Story“ wurde große Musik an einem außergewöhnlichen Ort erlebbar. Viele Besucherinnen und Besucher kamen aus Ensdorf und der Region, aber auch von weiter her.
Bei Freilichtveranstaltungen gehört das Wetter immer ein wenig zur Dramaturgie. In den vergangenen drei Jahren hatten wir glücklicherweise meistens einen guten Draht nach oben. Natürlich gab es auch bange Blicke zum Himmel, Wind und Regen. Doch meistens konnten die Vorstellungen unter freiem Himmel stattfinden und ihre ganz besondere Wirkung entfalten. Viele werden sich an diese Abende erinnern: Wenn die Sonne langsam unterging, das Saarpolygon im Abendlicht stand und die ersten Töne erklangen. Wenn für einige Stunden Alltag und Sorgen in den Hintergrund rückten und Musik, Bühne und Landschaft miteinander verschmolzen. Das sind Momente, die man nicht planen kann – und vielleicht gerade deshalb bleiben sie uns besonders lange im Gedächtnis.
Dass solche Abende überhaupt möglich waren, erforderte allerdings einen enormen organisatorischen Aufwand. Bühne, Technik und Logistik mussten ebenso organisiert werden wie Sicherheit, Besucherlenkung und viele weitere Abläufe rund um die Veranstaltungen. Dahinter standen unzählige Stunden Vorbereitung und engagierte Menschen, die Verantwortung übernommen und angepackt haben.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle ganz bewusst Danke sagen.
Mein besonderer Dank gilt unserer Feuerwehr Ensdorf.
Über drei Jahre hinweg war sie ein wichtiger und verlässlicher Partner. Bei der Sicherheit, der Besucherlenkung, bei organisatorischen Aufgaben und überall dort, wo schnell Unterstützung gebraucht wurde, konnten wir auf unsere Feuerwehr zählen. Und das alles mit großem ehrenamtlichem Engagement.
Ebenso herzlich danke ich dem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes für die Unterstützung und die zuverlässige Begleitung der Veranstaltungen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde, den Organisatoren, Technikern und zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie allen weiteren Unterstützern und Partnern.
Sie alle haben ihren Teil dazu beigetragen, dass aus einer Idee drei außergewöhnliche Kultursommer werden konnten.
Mein ganz besonderer Dank gilt natürlich Joachim Arnold und seinem gesamten Team.
Er hat gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern etwas gewagt. Oper und Musical auf einer ehemaligen Bergehalde – das war alles andere als selbstverständlich.
Nun heißt es zunächst einmal Abschied nehmen:
Die geplante Sanierung der Halde macht eine Fortsetzung der Kulturveranstaltungen am Saarpolygon vorerst nicht möglich. Das ist mehr als schade, denn die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, wie sehr dieser besondere Ort auch als Kulturstätte angenommen wurde.
Doch ein zwischenzeitliches Ende in Ensdorf bedeutet nicht das Ende der Opernfestspiele.
Im kommenden Jahr werden die Festspiele in Berus an der ehemaligen Sendehalle von Europe 1 stattfinden - ein neuer Ort, eine neue Kulisse und erfreulicherweise auch im Landkreis Saarlouis gelegen.
Was bleibt nach drei Jahren Kultur am Saarpolygon?
Es bleiben die Musik und die Bilder.
Es bleiben die wunderschönen Inszenierungen vor toller Kulisse, herausragende Künstlerinnen und Künstler, die Musikerinnen und Musiker und die vielen Menschen, die als Besucherinnen und Besucher den Weg auf unseren Hausberg gefunden haben.
Es bleiben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass alles funktioniert.
Und es bleiben die besonderen Abende, an denen man auf der Halde stand, zum Saarpolygon blickte und vielleicht für einen Moment dachte:
Was für ein besonderer Ort. Was für ein besonderer Abend.
Jetzt darf die Kultur auf unserem Hausberg erst einmal ruhen.
Die Halde wird saniert – und das Saarpolygon bleibt.
Ich hoffe, dass es kein Abschied für immer wird, sondern ein „bis bald“ und alle Entscheider das auch umsetzten, was propagiert wird:
Die Rückkehr an diesen ikonischen Ort ab 2031
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es leider noch zum Schluss:
Im Zusammenhang mit der „Dernierenfeier“ war in der Nacht von Montag auf Dienstag rund um den Berg noch bis in den frühen Morgen laute Technomusik zu hören. Auch wenn das sicherlich nicht in böser Absicht geschah, möchte ich darauf hinweisen, dass diese Aftershow-Party in dieser Form gemeindeseitig nicht genehmigt war. Nicht wenige Bürgerinnen und Bürger, aber auch Anlieger aus den Nachbargemeinden, fühlten sich durch den zusätzlichen Lärm gestört und haben dies entsprechend an die Gemeinde herangetragen.