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Hitzewelle im Saarland: Gesundheitsministerium mahnt zu weiterer Vorsicht in den kommenden Wochen

Das saarländische Gesundheitsministerium zieht eine erste Bilanz nach der Extremwetterlage und appelliert außerdem mit Blick auf die zu erwartenden Temperaturen in der kommenden Woche, die Hitzeschutzmaßnahmen auch in Zukunft weiterhin konsequent einzuhalten.

„Die vom Gesundheitsministerium geschätzte Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Hitze stehen, lagen am vergangenen Wochenende im unteren zweistelligen Bereich. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass sich die Auswirkungen der Hitzewelle nach allem was wir bislang wissen überwiegend im häuslichen Umfeld zeigen“, erklärt Gesundheitsminister Jung im Hinblick auf die Hitze der vergangenen Tage.

Das Gesundheitsministerium hat eine eigene Erhebung gestartet, um sich einen Überblick über hitzebedingte Einlieferungen in Krankenhäuser sowie Todesfälle, die in Zusammenhang mit der Hitzewelle am vergangenen Wochenende stehen könnten, zu verschaffen. Neben einer möglichen Schätzung der Todesfallzahlen hat sich bei der Auswertung der Zahlen vom vergangenen Wochenende gezeigt, dass Menschen mit hitzebedingten Beschwerden überwiegend aus dem häuslichen Umfeld in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Nur ein kleiner Teil wurde aus der stationären Pflege in Krankenhäuser verlegt.

„Wie viele Menschen genau aufgrund der Hitze gestorben sind, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, da Hitze in aller Regel nicht als Todesursache dokumentiert wird. Nicht immer lässt sich genau feststellen, ob die Hitze unmittelbar zum Tod geführt hat oder ob es eine Kombination von Vorerkrankungen und Hitzeauswirkungen gewesen ist. Die Grenzen sind oft fließend. Das macht es so schwer, genaue Angaben zu erhalten“, so Jung.

Eine endgültige Bewertung hitzebedingter Sterbefälle ist aus diesem Grund regelmäßig erst nachträglich im Rahmen statistischer Auswertungen möglich, weshalb ein vorsichtiger Umgang mit den geschätzten Zahlen angemahnt wird.

„Klar ist: Die Hitzewelle vom vergangenen Wochenende war gleich in doppelter Hinsicht historisch für das Saarland, aber auch deutschlandweit - was die Höhe der Temperaturen betrifft und was die Länge der Hitzeperiode betrifft. Auch die Auswirkungen dieser Hitzewelle sind enorm. Damit das Saarland zukünftig noch besser für potentielle Hitzewellen gerüstet ist, werden wir angesichts der aktuellen klimatischen Entwicklungen andere Wege gehen müssen und weitere Instrumente zur Bewältigung benötigen. Wenn wir hitzebedingte Todesfälle möglichst vermeiden wollen, muss der Hitzeschutz in diesem Land eine ähnlich hohe Bedeutung haben wie der Brandschutz“, konstatiert der Gesundheitsminister. Dazu gehört laut Jung auch die Frage, wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen künftig noch besser vor extremer Hitzebelastung geschützt werden können.

Das Gesundheitsministerium steht nach wie vor in engem Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen, um die Lage kontinuierlich zu beobachten und auf mögliche weitere Hitzephasen vorbereitet zu sein.

Jung weiter: „Viele Einrichtungen haben in den letzten beiden Jahren bereits vorgesorgt und Hitzeschutzpläne erarbeitet, die sich aus Sicht der Landesregierung, die für die übergeordnete Koordination der Hitzeschutzpläne verantwortlich ist, bewährt haben. Die neuerlichen Rekordtemperaturen machen allerdings deutlich, dass Hitzeschutz noch mehr an Bedeutung gewinnen muss. Der Umgang damit ist keine kurzfristige, sondern eine langfristige Aufgabe. Wir müssen davon ausgehen, dass extreme Hitzeereignisse in den kommenden Jahren intensiver auftreten werden. Deshalb ist es eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen, unsere Städte, Einrichtungen und den Alltag der Menschen im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeit widerstandsfähiger gegen Hitze zu machen.“

Auch Bürgerinnen und Bürger können einen wichtigen Beitrag leisten – durch Achtsamkeit gegenüber sich selbst sowie gegenüber Menschen in ihrem nahen Umfeld und ihrer Nachbarschaft. So können insbesondere vulnerable Gruppen und alleinlebende Menschen besser geschützt werden.

Der Gesundheitsminister dankt allen, die unter außergewöhnlichen Bedingungen ihren Beitrag leisten: „Mein besonderer Dank gilt den Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Leitstellen, die das Gesundheitssystem auch während der extremen Temperaturen zuverlässig am Laufen halten.“

Hintergrund

Der SaarSMH unterteilt die Verantwortlichkeiten beim Hitzeschutz in mehrere Ebenen. Das Land übernimmt eine übergeordnete Steuerung und schafft einen fachlichen Rahmen. Die regionale Koordination wird von den Landkreisen übernommen, die Kommunen verantworten die praktische Umsetzung der Hitzeschutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen übernehmen die unmittelbare Verantwortung für den Schutz anvertrauter Personen durch eigene, hausspezifische Hitzeschutzpläne und organisatorische Maßnahmen.

Zu den empfohlenen Hitzeschutzmaßnahmen gehören insbesondere das Trinken von ausreichend Wasser und anderen ungesüßten Getränken, das Lüften von Wohnungen nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden und anschließendes Verschatten, das Aussetzen von körperlichen Aktivitäten im Freien oder eine Verlagerung dieser in die kühleren Tageszeiten sowie der Verzehr von leichteren Mahlzeiten. Im Freien sollten Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung selbstverständlich sein. Bei Symptomen wie Verwirrtheit, hohem Fieber, Bewusstseinsstörungen oder wiederholtem Erbrechen sollte unverzüglich der Notruf 112 verständigt werden.

Quelle: Aktuelle Meldungen - Hitzewelle im Saarland: Gesundheitsministerium mahnt zu weiterer Vorsicht in den kommenden Wochen - saarland.de

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