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Natürlicher Klimaschutz in unserer Gemeinde

Park Sommer

Um die Auswirkungen des Klimawandels lokal abzumildern, sind Maßnahmen im Bereich „natürlicher Klimaschutz“ eine wichtige Komponente. Die kommunale Grün- und Freiraumplanung kann hier entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde beitragen. So ist das Mikroklima im Bereich schattiger Bäume weitaus angenehmer als im Schatten eines Gebäudes. Bäume verdunsten Wasser, nehmen Kohlendioxid auf, filtern Feinstaub aus der Luft und tragen erwiesenermaßen zum psychischen Wohlbefinden bei. Dies verdanken wir in Ensdorf lt. Baumkataster rund 3.250 Einzelbäumen, die sich auf öffentliche Flächen verteilen. Unser zentral gelegener, abwechslungsreicher Park mit seiner Kneippanlagewird durchein innerörtliches Netzwerk von vielen kleinen „Kühlinseln“ - beispielsweise am Bergmannsheim, am Dorfkreuz, am Haldengässchen, am Pfarrgarten oder am Hochwasserdamm Stöckerweg - ergänzt. Auch viele unserer elf Spielplätze sind mit Bäumen bestanden.

Eine weitere grüne Oase ist der zentral gelegene Friedhof, dessen Baumbestand durch die stark nachgefragten Urnenbestattungen Raum für weitere Anpflanzungen gewinnt.

Ortsbildprägende Baumveteranen, wie beispielsweise die etwa 150 Jahre alte Platane in der Provinzialstraße, stellt die Gemeinde mittels Vereinbarungen unter Schutz und übernimmt deren Pflege und Kontrolle. Ein Baum dieser Größenordnung verdunstet täglich bis zu 500 Liter Wasser, und filtert große Mengen von Feinstaub aus der Luft.

Jeder Baum zählt: Im Zuge des Pflanzprogramms, das die Verwaltung bereits seit 1998 jeden Herbst anbietet, wurden bisher etwa 700 Obst- und Hausbäume in privaten Gärten und Wiesen gepflanzt. Schattige Gärten sind in Hitzeperioden echte Wohlfühl-Oasen, und grüne Vorgärten (statt Schotterwüsten) ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung von Kleinklima und Straßenbild.

Durch das Pflanzen von „Klassenbäumen“ tragen schon die Erstklässler jeden Herbst zur Erweiterung unseres Baumbestandes bei, und werden so an das Thema herangeführt.

Eine große bioklimatische und ökologische Funktion kommt natürlich den Wald- und Landschaftsschutzgebieten Rosselwald und Hasenberg zu, die zusammen ein Fünftel unseres Gemeindegebietes bedecken.

In der Saaraue sind das 2004 ausgewiesene Naturschutzgebiet Nonnenwies und die wertvollen Feuchtgebiete zwischen B 51 und Saar große Grünbereiche, die der Naherholung dienen. All diese Freiflächen sind Orte der Bewegung, Naturerfahrung der sozialen Begegnung – und dienen darüber hinaus dem lokalen Klimaschutz.

Ein weiterer wichtiger Baustein des natürlichen Klimaschutzes ist das Wasser. Hier kommt die Renaturierung des Weiherbachs zum Tragen:Unser zentrales Fließgewässer wurde auf einer Strecke von rund 1,8 Kilometern durch gewässerbauliche Maßnahmen und Bepflanzungen in einen naturnahen, attraktiven und hochwasser-resistenten Zustand versetzt. Auch der neu gestaltete Altarm-Rundweg mit seiner kleinen Allee aus Trockenheits-resistenten Baumarten ist eine solche „grün-blaue Klimainsel“ in unserer Gemeinde.

Ein Paradebeispiel für die Versickerung von Regenwässern ist das seit 20 Jahren bestehende Rigolensystem, das in den Baugebieten Ensdorf Süd I und II sämtliche Hausdächer entwässert: 6.400 Quadratmeter grüne Gräben durchziehen die beiden Wohngebiete, und entlasten die Kanalisation bei Regengüssen, indem sie die Dachwässer der Saar zuführen.

Ein weiterer Baustein ist die 2021 eingeführte gesplittete Abwassergebühr, bei der entsiegelte Bereiche und natürliche Versickerung auf privaten und gewerblichen Grundstücken berücksichtigt werden.

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