Sanierung der Rathausfassade
Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, weshalb Fensterbauarbeiten, Sonnenschutz bzw. Fugenausbesserung so viel Zeit in Anspruch nehmen. Bereits seit Anfang Mai laufen die Arbeiten im
2. Bauabschnitt – unterbrochen von Betriebsferien der Fensterbauer – auf Hochtouren. Die Fertigstellung war tatsächlich für Ende Juni geplant. Leider ist dies nicht der Fall – im Gegenteil, die Baustelle wird sich sogar noch bis in den November ziehen.
Was sind die Gründe? Im Rahmen der Fugensanierung an der Sandsteinfassade des Rathauses wurde festgestellt, dass das in den 1960er Jahren aufgesetzte zweite Obergeschoss mit Sandsteinplatten verkleidet wurde, die teilweise keine ausreichende Verankerung aufweisen. Rund 30 dieser Platten waren bereits lose und ohne jegliche Befestigung. Dies stellt(e) ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da sich die Platten jederzeit lösen und herabfallen könnten. Auf Empfehlung des beauftragten Steinmetzes und in Abstimmung mit dem begleitenden Architekturbüro wurden die Platten aus Sicherheitsgründen demontiert. Sie werden nun fachgerecht wieder eingebaut und mit der notwendigen Verankerung versehen. Um den Zustand der übrigen Platten zu prüfen, mussten alle Fugen tiefer aufgeschnitten und die Ankerdorne mithilfe eines Metalldetektors lokalisiert werden. Dabei stellte sich heraus, dass viele Platten entweder gar nicht oder nur vereinzelt befestigt waren. In enger Abstimmung mit dem Fachbüro und dem Steinmetz wurde festgelegt: Lose Platten ohne Verankerung werden komplett neu befestigt, festsitzende Platten ohne Verankerung werden von außen durchbohrt und mit Ankern gesichert. Ein Ausbau dieser festsitzenden Platten wurde aus Gründen der Bruchgefahr vermieden. Zur genauen Planung der erforderlichen Sicherung musste zusätzlich ein Statiker hinzugezogen werden. Die dringend erforderlichen Arbeiten zur Sicherung der Fassade erfolgen im Zuge des 2. Bauabschnitts „Neue Fenster Front“. Diese Bauphase sieht den Austausch der Fenster zur energetischen Sanierung des Gebäudes vor. Die Arbeiten an der Fassade konnten damit sinnvoll kombiniert werden, wenngleich die Dauer so nicht erwartbar war. Mit den (zusätzlich) beauftragten Maßnahmen wird nunmehr nicht nur die Sicherheit langfristig gewährleistet, sondern – und dies war die originäre Absicht - auch ein Beitrag zur Energieeffizienz des Rathauses geleistet.
Die Fassadenplatten im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sind deutlich dicker und stehen sicher aufeinander auf. Hier wurden im Zuge der Fugensanierung keine Auffälligkeiten festgestellt. Die zusätzlichen Arbeiten wurden in einem 3. Nachtragsangebot zusammengefasst und vom Architekturbüro geprüft. Mit den zusätzlichen Maßnahmen zur Fassadensicherung gehen auch erhebliche Mehrkosten in Höhe 150.000 € einher – dies ist leider die bittere Wahrheit. Die Finanzierung wird über Mittel erfolgen, die im Haushalt 2025 für andere Baumaßnahmen (barrierefreier Ausbau der Bushaltestelle sowie Grundschulerweiterung) vorgesehen waren, deren Beginn sich allerdings verschieben wird bzw. für die noch ausreichende Mittel zur Verfügung stehen.